
Liebe Kölnerinnen und Kölner,
vom 19. März bis 17. April 2026 (Auszählung am 19. April) entscheiden Sie per Briefwahl über die Olympia-Bewerbung unserer Stadt. Die Frage lautet, ob Köln sich an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beteiligen soll.
Wir sagen: Nein zu Olympia in Köln. Unter dem Namen „NOlympia Köln“ haben sich Kölner Verbände, Initiativen und Personen der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen, die die Bewerbung und den dahinterstehenden Prozess ablehnen.
Unsere wichtigsten Gründe:
- Köln steckt schon heute in einer finanziell angespannten Lage: Es fehlen Mittel für sanierte Schulen, ausreichend Kita-Personal, eine leistungsfähige KVB, Radwege, intakte Schwimmbäder, Turnhallen und Sportplätze. Neue hohe Olympia-Kosten würden das bestehende Haushaltsdefizit der Stadt weiter vergrößern. Statt in ein zeitlich begrenztes Mega-Event zu investieren, braucht Köln dauerhaft starke Strukturen im Alltag: guten Nahverkehr, bezahlbaren Wohnraum und nachhaltig geförderten Breitensport.
- Bereits Bürgerentscheid und Bewerbung verursachen Millionenaufwendungen – unabhängig davon, ob Köln den Zuschlag erhält. Erfahrungsgemäß liegen die tatsächlichen Kosten von Olympischen Spielen ein Vielfaches über den ursprünglichen Prognosen.
- Rechte und Gewinne an den Olympischen Spiele liegen vor allem beim IOC – unversteuert. Finanzielle Risiken hingegen werden auf die Stadt verlagert. Die oft als Knebelvertäge bezeichneten Abkommen mit dem IOC lassen den austragenden Städten und Regionen kaum Möglichkeiten zur Mitsprache und Ausgestaltung.
- Ein olympisches Dorf und temporäres Stadion in Kreuzfeld würden wertvolle landwirtschaftliche Flächen und ein Kaltluftentstehungsgebiet für Köln vernichten und eine beschlossene Bauplanung auf Jahrzehnte verzögern.
- Schon heute ist die Verkehrsanbindung Richtung Kreuzfeld mit Bahn und Straße am Limit – und erfüllt damit nicht die Vorgaben des DOSB. Ein alltagstauglicher Ausbau und Betrieb während der Spiele sowie für die Nachnutzung sind nicht absehbar.
- Köln hat den Klimanotstand ausgerufen und will bis 2035 klimaneutral werden. Die zusätzlichen Emissionen durch Bau, Betrieb und An- und Abreise bei Olympia stehen zu diesem Ziel in einem deutlichen Widerspruch.
- Der bisherige Umgang des IOC mit ökologischen, sozialen und rechtlichen Fragestellungen lässt Zweifel aufkommen, ob eine Kooperation an sich vertretbar und wünschenswert ist.
- Aus demokratischer Sicht halten wir es für problematisch, dass zentrale Informationen – etwa belastbare Finanz- und Ausbaupläne sowie Umweltprüfungen – zum Zeitpunkt des Ratsbürgerentscheids noch gänzlich fehlen. Die städtische Werbekampagne betont derweil ausschließlich die Vorzüge des Projekts und unterläuft damit einen transparenten Entscheidungsprozess.
Wir lieben Sport, den internationalen Austausch und ein offenes Köln. Aber: Die langfristige Zukunft unserer Stadt, ihrer Veedel und ihrer Bevölkerung muss Vorrang vor einem zweiwöchigen Großevent haben.
Nutzen Sie Ihre Stimme per Briefwahl. Sagen Sie NEIN zu Olympia in Köln.
Wer sind wir?
Im Zusammenschluss NOlympia Köln verfolgen die teilnehmenden Gruppierungen ein gemeinsames Ziel und setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Informieren Sie sich gerne weiter über die Webpräsenzen der Organisationen oder unsere Termine vor Ort.

Machbarschaft Petershof e. V.
Und noch mehr.
Ihr wollt euch unserem Aufruf anschließen? Meldet euch bei koeln@gj-nrw.de

Bild: Sabine Hammer.














